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Supervision

Supervision Nicole Wache

Supervision als Fallreflexion

Supervision in Form der Fallreflexion dient insbesondere dazu, das berufliche Handeln zu hinterfragen, zu prüfen und zu verbessern. Eigene Erfahrungen, Gefühle und Gedanken fließen in unterschiedlichem Maße in unsere Entscheidungen ein. Waren Sie auch schon einmal in einer Situation, in die Sie so verstrickt waren, dass Sie eine Entscheidung nicht mehr sachlich treffen konnten. Hierzu ein Beispiel:

Ein drei Monate altes Mädchen wurde mit mehrfachen Oberarm- und Schlüsselbeinfrakturen in ein Klinikum eingeliefert. Die Mutter konnte die Herkunft der Verletzungen nicht schlüssig erklären und verstrickte sich in Widersprüche. Der behandelnde Arzt stellte fest, dass die Verletzungen nur durch Fremdeinwirkung entstanden sein konnten und zeigte eine Kindesmisshandlung an. Das zuständige Jugendamt hatte nun im Rahmen einer Risikoabschätzung die Perspektive des Kindes zu klären. Gegen beide Eltern wurde ein polizeiliches Ermittlungsverfahren eingeleitet. Das Kind wurde nach Entlassung in einer stationären Jugendhilfeeinrichtung untergebracht.

Obwohl Sie nur einen groben Überblick über die Fallkonstellation erhalten haben, gibt es Ihrerseits sicherlich eine Idee, was mit dem Kind zukünftig passieren soll bzw. was nicht passieren soll. In einer späteren Supervision zeigte sich die zuständige Sozialarbeiterin durchaus gewillt, das Kind zur Mutter nach Hause zu geben. Sie glaubte den Beteuerungen der Mutter, dass die Misshandlung vom Vater stammte, von dem sie sich mittlerweile getrennt hatte. Bitte glauben Sie nicht, dass diese Sozialarbeiterin leichtfertige oder unangemessene Entscheidungen in ihrer Berufspraxis traf. Als „alter Hase“ verfügte sie über viel Erfahrung und über ein wirklich gutes Gespür. Mit hilfreichen Fragen wurden in der Supervision fachliche Standards, aber auch persönliche Werte und Glaubenssätze der Sozialarbeiterin reflektiert. Im Ergebnis stellte sich heraus, dass diese Mitarbeiterin eine sogenannte Übertragung aus ihrer Vergangenheit hatte, die auf das fachliche Ergebnis einen entscheidenden Einfluss ausübte.

Supervision als Fallreflexion ist geeignet, wenn Sie sich Ihrer Entscheidung nicht sicher sind oder keine Entscheidung treffen können, dies aber tun müssen. Nicht immer ist ein Fall so schwierig wie der genannte. Dennoch sind Fälle, in denen man kein Land mehr sieht, belastend und wirken sich unmittelbar auf Ihre Gesundheit und Ihr Wohlbefinden aus. Nutzen Sie die Möglichkeit, durch Reflexion eigener Stärken, Werte, Glaubenssätze und der beruflichen Rolle, Klarheit und Struktur in Ihren Fall zu bringen sowie zielorientierte und entlastende Entscheidungen zu treffen. Mit unterstützenden Techniken aus dem Coaching und dem Kommunikationstraining wird es Ihnen gelingen, diese möglicherweise nicht immer begünstigenden Entscheidungen wertschätzend den Betroffenen zu übermitteln. Die Fallreflexion kann einzeln oder in der Gruppe erfolgen.

Supervision als Teamsupervision

Die meisten Institutionen oder Unternehmen arbeiten in Teams oder entsprechenden Gruppen. Die Aufgaben dieser Teams sind dem Unternehmenszweck und dem Unternehmensziel angepasst. Das Ziel von Teamsupervision ist, die Teammitglieder zu befähigen, erfolgreich miteinander zu kommunizieren und zu kooperieren sowie gemeinsam nach Lösungen zu suchen, um das Unternehmensziel zu erreichen. In Teamsupervisionen werden beispielsweise Ziele reflektiert und vereinbart sowie Prozesse des beruflichen Handelns analysiert. Insbesondere der Umgang der Mitarbeiter untereinander, ihre Werte und die vorherrschende Unternehmenskultur sind inhaltliche Schwerpunkte einer Teamsupervision. Lassen Sie mich Ihnen ein Beispiel geben:

In einem Team herrschten seit einiger Zeit eine bedrückende Stimmung und ablehnende Haltung vor. Ursache hierfür war unter anderem der Führungsstil des Vorgesetzten, der über viele Jahre bewusst einige Mitarbeiter förderte, andere hingegen im Zuge einer Behinderungsmacht herabsetzte und abwertete. Sie ahnen sicherlich, dass eine vertrauensvolle Zusammenarbeit der Teammitglieder untereinander fast nicht möglich war. Da sich die belastende Situation auf einige Mitarbeiter bereits gesundheitlich negativ auswirkte, wurde dem Team eine Teamsupervision „verordnet“. Gemeinsam mit den Mitarbeitern wurden in einem mehrtägigen Prozess Ziele des gegenseitigen Miteinanders festgelegt, Prozesse reflektiert, Bedürfnisse und Befindlichkeiten angesprochen. Nach zähem Ringen gelang es, dass die Mitarbeiter mit Hilfe von hilfreichen Fragen und Coaching – Methoden die Stärken des Teams gemeinsam erarbeiteten. Im Ergebnis war es gelungen, eine bessere Identifikation der Teammitglieder mit dem Unternehmensziel zu erreichen und vor allem eine gute Zusammenarbeit zu sichern. Nach dem späteren Wechsel der Führungskraft arbeitet dieses Team Hand in Hand und unterstützt sich bei der Lösung schwieriger Herausforderungen.

Teamsupervisionen sind in Institutionen oder Unternehmen insbesondere dann geeignet, wenn die Wahrnehmung der eigentlichen Arbeitsaufgabe der Arbeitnehmer durch Befindlichkeiten oder Machtspiele nicht mehr oder nur noch teilweise möglich ist. Psychische Erkrankungen von Mitarbeiter, die sich durch den Vorgesetzten oder durch einzelne Teammitglieder beeinträchtigt sehen, sind längst keine Seltenheit mehr. Dies verursacht hohe Kosten. Schon allein die Veränderung der Kommunikation und des Verhaltens untereinander trägt oft zu einer Entspannung der Situation bei.